WAR – Als ich noch klein war
«Schnautze hier!» ein Ton des Zwerges genügte und schweigen setzte ein. «Der Menschling hier, Vulgarius Vomvulcan», er klopfte dem Menschen neben sich auf den Rücken, «hat euch neh Geschichte zu erzähln! Dad wird dad erste Mal sein, dad hier nehn andera in mena Taverne sprechen darf! Und ik finds jut! Un nich nur dad, wata zu erzähln hat!» Barrli deutete auf die Trinkenden, «schieß los Jungschen»
Als ich noch klein war
Wie Ratten auf ein Stückchen Speck, tummeln sich die Kinder hinter den Verkaufsständen auf dem Marktplatz. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, unter den heranwachsenden und auch unter den meisten Händlern und Reisenden, die um diese Zeit, wenn die Sonne am höchsten steht vorbeigingen und beobachteten, was sich nun schon seit einiger Zeit so abspielt.
„ der Ritter – der Ritter –der Ritter wacht auf…. “ plärrt einer der Jungen und in mitten des Gekicher und Gelächters, liegt er da, Hände und Füße weit von sich gestreckt, das Gesicht vergraben im Stroh unter der alten Stadtbühne.
Wie sie darauf kommen, möge man sich fragen. Dieser zerklüftete, schmutzige, alte Lump soll ein Ritter sein? Das Haar und sein Bart, sehr lange nicht mehr von einem Barbier gepflegt. Die Schuhe aus alten Tagen, abgetragen und zerrissen, genau wie seine Hose, mehr Löcher als Fetzen und gerade mal bis zu den Knien reichend. Kein Hemd hat der Armselige um aber in der rechten Hand einen Zweig mit einem Eichenblatt an der Spitze fest im Griff. Sein Körper übersät mit unsauber zusammengeflickten Narben von schrecklichen Wunden und einem unheimlich glimmenden leuchten in Kirschroter Farbe in der Brust.
Ein riesiger Hund liegt neben ihm, ebenso schmutzig, teils kahle stellen auf dem Rücken, verschuppt und vernarbt, und im Nacken drei aufwändig Gravierte, jedoch abgebrochene Dunkelelfenpfeile, in der Mähne eingewachsen. Am Kragen blättert der Dreck ab als er sich dreht und sich das Fell kratzt. Die Leute erzählen sich, er wäre ein echter Tal-Wolf, aber sicher weiß das niemand so genau. Der Hund setzt sich auf, in ihm ein dumpfes Raunen während er mürrisch die Lefzen zieht. Scharfe, hell Weiß blitzende Reißzähne kommen zum Vorschein als er knurrend die Menge ein Stück zurückdrängt, um sich etwas Platz zu schaffen. Gänzlich unbeeindruckt von dem riesigen Raubtier setzen sich die Kinder schnell ein paar Schritte auseinander, als der Hund den Alten am Knöchel packt und ein wenig unter der Holzkonstruktion hervorzieht. WAAAAAAAGH – schreit dieser nachdem er sein Gesicht aus dem Stroh heraus gedreht und eine Ladung Dreck ausgespuckt hatte. Bei Myrmidia…. ! – fährt er fort, krächzend und blinzelnd von dem grellen Tageslicht. Lautes knacken als er seine Arme anstrengt um sich aufzusetzen, als würden seine Knochen bersten.
Dünn und ausgehungert scheint er zu sein, doch spannt sich seine alte ledrige Haut über klar definierte Muskulatur. Er wischt dem Hund einen zügigen Hieb mit seinem Zweig über die Schnauze – hab ich dir nicht gesagt, du sollst mir das Pack vom Hals halten denn ich will ausschlafen?
Leicht verärgert räuspert er sich und wendet sich der Menge zu. Langsam gewöhnen sich seine Stahlgrauen Augen an das Licht der Mittagssonne und mit strengem Blick sieht er sich die Gesichter seiner Beobachter an, als würde er jemand bestimmtes suchen. Bist du ein Ritter? – tönt es aus einer der hinteren Reihen. Wieso hast du keine Rüstung? – fragt der nächste und wird von den anderen gleich ermahnt – psst, ruhe jetzt!
Wortlos, aber ohne seinen Beobachtern den Rücken zu kehren oder sie aus den Augen zu lassen tastet sich der Alte zu einem Strohhaufen, wühlt etwas darin herum und zieht einen kunstvoll verzierten Lederbeutel heraus, schnürt ihn auf, holt einen roten Apfel und ein goldenes Messer, mit dunkelblauen Edelsteinen fein verziert, dessen Klinge lang und geschwungen geschmiedet war, wie die Reißzähne seines Hundes. Er schnitt seinen Apfel in zwei Hälften, gab dem Hund davon eine während er die andere aß. Guten Morgen – krächzte er dann, ohne einen bissen heruntergeschluckt zu haben – habt ihr sonst wohl nichts zu tun als einen alten Mann beim Schlaf zu stören? Keine Kuh zu melken oder Schweine zu füttern? – ein Großteil der Menge grinste ihn an als er ungläubig den Kopf schüttelte. Er rieb sich etwas Stroh von der Stirn, legte sich den Bart zurecht, kämmte sich mit den Fingern durchs Haar und klopfte sich anschließend den Schmutz und Staub von der Hose, um sich halbwegs ordentlich erscheinen zu lassen. Ich weiß, ich weiß… – fuhr der Alte fort – Ihr habt in eurem kurzen Leben noch kein richtiges Ungeheuer erlebt, außer der eine oder andere von euch vielleicht, der seine werte Mutter durch einen Humbug zur Furie werden sehen hat. – Er grinst und schneidet sich ein neues Stückchen von dem Apfel. Schmatzend und kauend schaut er sich wieder um. – Also ich weiß weswegen Ihr hier seid, aber alles hat seinen Preis! Mein Begleiter und ich, wir sind ebenso hungrig, wie Ihr neugierig, so biete ich euch gegen eine kleine Gabe die Fortführung meiner Geschichte.
Der Hund packt den Beutel behutsam mit den Zähnen und stubst ein Kind nach dem anderen vorsichtig an, wobei aber alle es sich nicht nehmen lassen über das harte Fell des Hundes zu streicheln und ihn ein wenig zu kraulen. Einige legen Kleinigkeiten wie Nüsse oder Obst, auch mal ein Stück Halblingspastete oder ein Stückchen Wurst. Nicht gerade viel, aber immerhin, denn ein alter Ritter lebt nicht nur von Bier allein. Noch während der Hund so seine Runde zieht, beginnt der Alte zu erzählen – als ich noch klein war……
-Fortsetzung folgt-
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Au fein, nen Gastauftritt von nem Rosanän…Gefällt mia…
Na, da wart’n wia ma, waz da noch komm’n mag. Hab gehöat, daz da Mänschlainz manchma gutä Geschicht’n Ärzäla zain soll’n.
Fillaicht hab iach waz zu futtan füa da Mänschlain un’ ain wänig Bukmanz wän är mag un’ da Geschichtä guat iz.